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Der Holoreim

1 Kommentar

Der Holoreim nennt man im Französischen den Reim, der den Gleichklang allen Verssilben hat (Griechisch: holos = alles), eigentlich sind das zwei Verse mit verschiedener Schreibweise und verschiedener Bedeutung, aber identisch ausgesprochen. Ein Beispiel:

Gall, amant de la Reine, alla (tour magnanime!)
galamment de l’Arène à la tour Magne, à Nîmes.

(„Gall, Liebhaber der Königin, ging (eine großmütige Geste!)
galant von der Arena zum Magne-Turm in Nîmes“.)

Sicherlich ist es ein Spiel, aber die französische Dichterin Louise de Vilmorin (1902-1967) hat zwei sehr schönen Holoreime gedichtet:

Étonnamment monotone et lasse
est ton âme en mon automne, hélas!

(„Erstaunlich monoton und müde
ist deine Seele in meinem Herbst, o weh!“)

Das Finden eines solchen Reimes ist im Deutschen wesentlich schwieriger als im Französischen. Im Französischen gibt es Unmengen von Wörtern und Wortfragmenten, die sehr ähnlich oder gleich klingen, aber völlig unterschiedliche Bedeutungen haben. Die Wörter verre/vert/ver/vers klingen allesamt gleich, haben aber unterschiedlichste Bedeutungen:

 

verre = „das Glas“ 

vert = „grün“

ver = „der Wurm“

vers = „nach“

vers = „der Vers“

Solche gleich klingenden Wörter sind im Deutschen wesentlich schwerer zu finden. Oder doch? Mit sieben Sieben sieben sieben Zwerge Mehl, nicht wahr?

Vielen Dank an Beau für diesen Beitrag.

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1 Kommentar bisher ↓

  • 1 Bellis // 3. Dezember 2009 at 15:01

    Les vers verts levèrent le verre vert
    vers le ver vert.

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